
Alles, was man über Hyaluron-Filler wissen muss: Wirkung, Vorteile und Risiken
Leestijd: 7 minutenFiller, auch dermale Filler genannt, werden von (kosmetischen) Ärzten vor allem verwendet, um der Haut im Gesicht mehr Kontur zu geben. Zum Beispiel, um Volumen zurückzubringen, das im Laufe der Jahre verloren gegangen ist. Sie werden auch eingesetzt, um die Gesichtsform zu unterstützen oder bestimmte Linien oder Falten weniger sichtbar zu machen.
Filler bestehen meist aus einem weichen Gel und werden durch eine Injektion in die Haut oder knapp unter die Haut eingebracht. Die meisten Filler wirken nur vorübergehend. Das bedeutet, dass der Körper das Material nach einiger Zeit wieder abbaut.
Es gibt verschiedene Arten von Fillern. Sie unterscheiden sich in dem Material, aus dem sie hergestellt sind. In diesem Blog sprechen wir über Filler auf Basis von Hyaluronsäure, da dies weltweit der am häufigsten verwendete Filler ist.
Was ist Hyaluronsäure?
Hyaluronsäure ist eine Substanz, die natürlicherweise im Körper vorkommt. Sie befindet sich unter anderem in der Haut, in den Gelenken und in den Augen. In der Haut hilft Hyaluronsäure, Feuchtigkeit zu speichern. Dadurch bleibt die Haut geschmeidig und fest.
Mit zunehmendem Alter produziert der Körper weniger Hyaluronsäure. Die Haut kann dadurch trockener werden und an Volumen verlieren. In den Gelenken sorgt Hyaluronsäure dafür, dass man sich geschmeidig bewegen kann, wodurch das Risiko von Verletzungen geringer ist.
Hyaluronsäure hat eine wichtige Eigenschaft: Sie kann große Mengen Wasser binden. Dadurch hilft sie, Gewebe feucht, elastisch und widerstandsfähig zu halten. Sie ist daher eine wichtige Substanz für verschiedene Teile des Körpers.

Hyaluronsäure als Filler
Viele Filler bestehen aus Hyaluronsäure. Das liegt daran, dass der Körper diese Substanz gut erkennt und verträgt. Für die Herstellung von Fillern wird Hyaluronsäure jedoch nicht direkt aus dem Körper gewonnen, sondern mithilfe von Bakterien im Labor hergestellt.
Dort wird sie so verarbeitet, dass sie nicht sofort abgebaut wird und daher länger in der Haut bestehen bleibt. Wenn ein Hyaluronsäure-Filler injiziert wird, füllt das Gel Raum auf, zieht Feuchtigkeit an und sorgt vorübergehend für zusätzliches Volumen.
Der Effekt bleibt in der Regel mehrere Monate bis etwa ein Jahr sichtbar. Das hängt unter anderem von der Art des Fillers und von der Stelle ab, an der er verwendet wird. Mit anderen Worten: Hyaluronsäure-Filler sind nicht dauerhaft. Der Körper baut die Hyaluronsäure langsam – über mehrere Monate bis etwa ein Jahr – ab. Danach verschwindet die Wirkung von selbst und Falten sowie feine Linien können wieder erscheinen.
Risiken und Nebenwirkungen
Im Allgemeinen können Hyaluron-Filler sicher angewendet werden, vorausgesetzt, die Behandlung wird von einem geschulten und qualifizierten Arzt durchgeführt. Dennoch können Nebenwirkungen auftreten – einige sehr mild, andere weniger harmlos.
Die am häufigsten gemeldeten Nebenwirkungen treten kurz nach der Injektion auf. Diese Reaktionen entstehen meist durch den Einstich selbst oder durch die Reaktion des Körpers auf das injizierte Material. Häufige Nebenwirkungen sind:
- Rötung
- Schwellung
- blaue Flecken
- Empfindlichkeit oder Schmerzen an der Injektionsstelle
In der Regel verschwinden diese Beschwerden innerhalb weniger Tage bis Wochen von selbst, ohne dass eine weitere Behandlung erforderlich ist.

Unregelmäßigkeiten und Knotenbildung
Nach der Injektion von Hyaluronsäure können lokale Verdickungen oder kleine Knoten entstehen. Dies kann passieren, wenn sich der Filler ungleichmäßig verteilt oder zu oberflächlich platziert wird.
Manchmal ist auch eine bläuliche Verfärbung der Haut sichtbar, der sogenannte Tyndall-Effekt. Dabei wurde der Filler zu oberflächlich injiziert. Das Licht wird dann durch den Filler anders reflektiert, wodurch die Haut bläulich erscheint. Diese Erscheinungen sind meist rein kosmetischer Natur, können jedoch als störend empfunden werden.
Außerdem kann sich der Filler in manchen Fällen an eine andere Stelle verlagern als die, an der er ursprünglich injiziert wurde. Dies wird als Filler-Migration bezeichnet und kann zu Asymmetrien oder zu einem veränderten Aussehen führen.
Infektionen und Entzündungsreaktionen
Da Filler durch eine Injektion verabreicht werden, besteht immer ein Risiko für eine Infektion. Dieses Risiko ist klein, aber vorhanden. Infektionen können direkt auftreten oder erst Wochen bis Monate später sichtbar werden.
In einigen Fällen spielen sogenannte Biofilme (bakterielle Schichten um das Fillermaterial) dabei eine Rolle, was die Behandlung erschweren kann. Manchmal können auch verzögerte Entzündungsreaktionen auftreten, bei denen der Körper später auf das Fillermaterial reagiert. Dies kann zu Schwellung, Rötung oder Verhärtung an der Injektionsstelle führen.
Gefäßkomplikationen
Eines der schwerwiegendsten, aber seltenen Risiken bei Hyaluronsäure-Fillern ist eine Gefäßkomplikation. Diese entsteht, wenn Filler versehentlich in ein Blutgefäß gelangt oder ein Blutgefäß zusammendrückt. Dadurch kann die Blutversorgung der Haut oder anderer Gewebe vermindert oder vollständig unterbrochen werden. Dies wird Gefäßokklusion genannt.
Mögliche Folgen einer Gefäßokklusion sind:
- Absterben von Hautgewebe (Nekrose)
- dauerhafte Narben
- in sehr seltenen Fällen: Blindheit oder ein Schlaganfall
Diese Komplikationen treten insbesondere bei Injektionen in Bereichen mit vielen kleinen Blutgefäßen auf, zum Beispiel an der Nase, an der Stirn und im Bereich zwischen Nase und Augen.
Seltene, aber schwerwiegende Folgen
Wissenschaftliche Studien zeigen, dass schwere Komplikationen bei Hyaluronsäure-Fillern selten sind, jedoch tatsächlich vorkommen. Es sind Fälle von dauerhaftem Sehverlust, Hautnekrosen und neurologischen Schäden bekannt.
Diese Situationen erfordern eine sofortige medizinische Behandlung und können langfristige Folgen haben.
Abschließend
Filler sind medizinische Gele, die verwendet werden, um Volumen in der Haut wiederherzustellen oder zu unterstützen. Es ist wichtig, sich vor der Anwendung von Fillern über die Möglichkeiten und Risiken beraten zu lassen.
Lassen Sie sich niemals Filler von jemandem injizieren, der dafür nicht qualifiziert ist. Sollten nach einer Fillerbehandlung Nebenwirkungen auftreten, wenden Sie sich an Ihren behandelnden Arzt oder an Ihren Hausarzt.