
COVID-19-Impfung 2026: Für wen ist sie empfohlen und wann sollte man sich impfen lassen?
Leestijd: 9 minutenAuch im Jahr 2026 spielt die COVID-19-Impfung in Deutschland weiterhin eine Rolle – allerdings vor allem für Menschen, die ein erhöhtes Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf haben. Die Empfehlungen haben sich im Laufe der vergangenen Jahre verändert. Nach der aktuellen Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut (RKI) gilt seit 2026 eine Standardimpfempfehlung für Menschen ab 75 Jahren. Für bestimmte Risikogruppen kann eine COVID-19-Impfung unabhängig vom Alter empfohlen werden.
Warum kann eine COVID-19-Impfung weiterhin sinnvoll sein?
Das Coronavirus SARS-CoV-2 ist nicht verschwunden. Das Virus zirkuliert weiterhin und kann Infektionen verursachen. Bei gesunden Menschen verlaufen COVID-19-Erkrankungen inzwischen häufig mild. Mit zunehmendem Alter und bei bestimmten Vorerkrankungen steigt jedoch weiterhin das Risiko für einen schweren Verlauf.
Der Immunschutz nach einer früheren Infektion oder Impfung kann mit der Zeit nachlassen. Gleichzeitig hat ein großer Teil der Bevölkerung inzwischen eine sogenannte hybride Immunität entwickelt – also einen Immunschutz durch Impfungen und frühere Infektionen. Nach Einschätzung der STIKO sind gesunde Erwachsene dadurch im Allgemeinen bereits gut vor schweren COVID-19-Verläufen geschützt.
Für ältere Menschen und bestimmte Risikogruppen kann eine erneute Impfung dennoch zusätzlichen Schutz bieten. Die jährliche Impfung soll deshalb vor allem diejenigen erreichen, die besonders gefährdet sind.

Für wen wird die COVID-19-Impfung 2026 in Deutschland empfohlen?
Nach der aktuellen STIKO-Empfehlung gilt die Standardimpfempfehlung für Menschen ab 75 Jahren. Darüber hinaus kann eine COVID-19-Impfung für Menschen mit bestimmten Grunderkrankungen beziehungsweise einem erhöhten Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf empfohlen werden.
Dazu gehören insbesondere Menschen mit bestimmten:
- chronischen Erkrankungen,
- Erkrankungen oder Therapien, die das Immunsystem beeinträchtigen,
- weiteren gesundheitlichen Risikofaktoren, bei denen ein schwerer COVID-19-Verlauf wahrscheinlicher ist.
Auch für bestimmte Personen mit beruflicher Exposition kann eine Impfung medizinisch sinnvoll sein. Ob eine Impfung im individuellen Fall empfohlen wird, hängt von Alter, Gesundheitszustand, Vorerkrankungen und der persönlichen Situation ab.
Die aktuellen Empfehlungen werden von der STIKO am Robert Koch-Institut festgelegt und regelmäßig an die epidemiologische Lage und die vorhandene wissenschaftliche Evidenz angepasst.
Was hat sich 2026 geändert?
Eine wichtige Änderung betrifft die Altersgrenze für die Standardimpfempfehlung.
In früheren Jahren wurde die COVID-19-Impfung beispielsweise auch für bestimmte Altersgruppen ab 60 oder 70 Jahren empfohlen. Seit der Aktualisierung der STIKO-Empfehlung im Jahr 2026 gilt die Standardimpfempfehlung nun ab einem Alter von 75 Jahren.
Der Hintergrund: Ein großer Teil der erwachsenen Bevölkerung verfügt inzwischen über eine durch Impfungen und Infektionen erworbene hybride Immunität. Bei gesunden Erwachsenen ist dadurch der Schutz vor schweren COVID-19-Verläufen im Allgemeinen gut. Das Risiko für schwere Erkrankungen steigt jedoch weiterhin mit zunehmendem Alter.
Das bedeutet allerdings nicht, dass Menschen unter 75 Jahren grundsätzlich keine COVID-19-Impfung erhalten sollen. Bei bestimmten Vorerkrankungen kann weiterhin eine Indikationsimpfung empfohlen werden.
Wann sollte man sich 2026 impfen lassen?
Die STIKO empfiehlt die jährliche COVID-19-Impfung für die entsprechenden Personengruppen einmal pro Saison. Sie sollte vorzugsweise zu Beginn der Saison, also im Spätsommer oder Frühherbst, durchgeführt werden.
In Deutschland gibt es dabei nicht dieselbe zentrale Einladungs- und Terminregelung wie beispielsweise bei einer landesweiten Impfkampagne in den Niederlanden.
Wer zu einer empfohlenen Gruppe gehört, kann sich in der Regel an die Hausärztin oder den Hausarzt wenden. Je nach Situation kann die Impfung auch bei einer anderen impfenden Ärztin oder einem anderen impfenden Arzt erfolgen.

Wer übernimmt die Kosten?
Für gesetzlich Versicherte richtet sich die Kostenübernahme nach den geltenden Regelungen der gesetzlichen Krankenversicherung und den Empfehlungen beziehungsweise Vorgaben für Schutzimpfungen.
Bei einer medizinisch empfohlenen COVID-19-Impfung besteht grundsätzlich die Möglichkeit, dass die Kosten von der gesetzlichen Krankenversicherung übernommen werden. Entscheidend ist dabei, ob die jeweilige Impfung nach den geltenden Bestimmungen angezeigt ist. Die konkrete Abrechnung kann von der Krankenkasse und der individuellen Situation abhängen.
Privat Versicherte sollten sich bei ihrer privaten Krankenversicherung informieren.
Welcher Impfstoff wird verwendet?
Für die COVID-19-Impfung stehen weiterhin aktualisierte Impfstoffe zur Verfügung, die an die jeweils zirkulierenden SARS-CoV-2-Varianten angepasst werden.
Welcher Impfstoff im Einzelfall verwendet wird, hängt unter anderem von den aktuellen Zulassungen, den Empfehlungen der STIKO und der individuellen Situation der Patientin oder des Patienten ab.
Kann die Impfung Nebenwirkungen verursachen?
Wie bei anderen Impfungen können auch nach einer COVID-19-Impfung Nebenwirkungen auftreten.
Häufig sind beispielsweise:
- Schmerzen oder eine Rötung an der Einstichstelle,
- Müdigkeit,
- Kopfschmerzen,
- Muskel- oder Gelenkschmerzen,
- Schüttelfrost,
- leichtes Fieber.
Solche Beschwerden beginnen häufig innerhalb der ersten Tage nach der Impfung und verschwinden normalerweise von selbst.
Schwere Nebenwirkungen sind selten. Bei ungewöhnlich starken oder anhaltenden Beschwerden sollte man ärztlichen Rat einholen.
Ist eine COVID-19-Impfung noch sinnvoll, wenn man bereits Corona hatte?
Eine durchgemachte SARS-CoV-2-Infektion führt ebenfalls zu einer Immunantwort. Wie der Schutz nach einer Impfung kann auch dieser Schutz mit der Zeit nachlassen.
Nach Einschätzung der STIKO verfügt ein großer Teil der Bevölkerung inzwischen über eine sogenannte hybride Immunität durch eine Kombination aus Impfungen und Infektionen. Für gesunde Erwachsene ist deshalb grundsätzlich keine zusätzliche Impfung allein zum Aufbau einer sogenannten Basisimmunität mehr vorgesehen.
Bei Menschen mit erhöhtem Risiko für schwere COVID-19-Verläufe kann eine saisonale Impfung jedoch weiterhin sinnvoll und empfohlen sein – auch wenn bereits eine Infektion oder frühere Impfungen stattgefunden haben.
Was tun, wenn man nicht weiß, ob man zur Risikogruppe gehört?
Wer unsicher ist, ob eine COVID-19-Impfung empfohlen wird, sollte sich an die Hausärztin oder den Hausarzt wenden. Dort kann anhand des Alters, der Vorerkrankungen, möglicher Medikamente und des individuellen Risikos entschieden werden, ob eine Impfung sinnvoll beziehungsweise nach den aktuellen STIKO-Empfehlungen angezeigt ist.
Die maßgebliche deutsche Fachinstitution für Impfempfehlungen ist die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut (RKI). Die Empfehlungen werden regelmäßig überprüft und an neue wissenschaftliche Erkenntnisse und die epidemiologische Situation angepasst.
Fazit
Die COVID-19-Impfung ist in Deutschland im Jahr 2026 vor allem auf Menschen ausgerichtet, die ein erhöhtes Risiko für schwere COVID-19-Verläufe haben.
Für die allgemeine Altersgruppe gilt seit der Aktualisierung der STIKO-Empfehlung eine Standardimpfempfehlung ab 75 Jahren. Für Menschen mit bestimmten Grunderkrankungen kann die Impfung bereits in jüngerem Alter empfohlen werden. Die jährliche Impfung sollte für die entsprechenden Personengruppen möglichst zu Beginn der COVID-19-Saison, also im Spätsommer oder Frühherbst, erfolgen.
Wer wissen möchte, ob eine persönliche Impfempfehlung besteht, sollte dies mit der Hausärztin oder dem Hausarzt besprechen oder die aktuellen Informationen des Robert Koch-Instituts zur COVID-19-Impfung prüfen.