
Heuschnupfen im August: Warum hast du jetzt noch Beschwerden?
Leestijd: 8 minutenWer Heuschnupfen vor allem mit dem Frühjahr verbindet, erwartet vielleicht, dass die Beschwerden im August langsam vorbei sind. Doch auch in diesem Monat können juckende Augen, Niesanfälle sowie eine verstopfte oder laufende Nase auftreten. Und auch im September können die Beschwerden bei manchen Menschen noch anhalten. Das liegt daran, dass die Pollensaison nicht plötzlich endet, wenn der Sommer zu Ende geht.
Auch im August und teilweise noch im September gibt es Pflanzen, die Pollen freisetzen. Für manche Menschen kann die Zeit mit Heuschnupfenbeschwerden deshalb ziemlich lange dauern.
Heuschnupfen ist eine allergische Reaktion auf Pollen, auch Blütenstaub genannt. Dabei handelt es sich um winzige Partikel, die von Pflanzen verbreitet werden, um sich fortzupflanzen. Sie sind so klein und leicht, dass sie durch die Luft transportiert werden. Wer auf bestimmte Pollen allergisch reagiert, kann Beschwerden bekommen, sobald diese mit den Schleimhäuten der Nase, Augen oder Atemwege in Kontakt kommen.

Nicht alle Pflanzen blühen gleichzeitig. Deshalb gibt es eigentlich nicht nur eine einzige Heuschnupfensaison. Im frühen Frühjahr sind vor allem die Pollen von Bäumen von Bedeutung. Danach folgt die Gräserpollensaison. Später im Sommer können verschiedene Kräuter für Beschwerden sorgen, die teilweise bis in den September hinein anhalten können.
Das erklärt, warum manche Menschen bereits im April unter Heuschnupfen leiden, während andere erst im Juni, August oder sogar September Beschwerden bekommen. Wer auf verschiedene Pollenarten empfindlich reagiert, kann sogar über einen großen Teil des Jahres Symptome haben.
Welche Pollen gibt es im August?
Im August nimmt die Menge der Gräserpollen normalerweise ab, sie können aber weiterhin in der Luft vorhanden sein. Gleichzeitig spielen die Pollen verschiedener Kräuter eine größere Rolle. Auch im September können diese Pflanzen bei empfindlichen Menschen noch Beschwerden verursachen.
Eine bekannte Pflanze, die in dieser Zeit Beschwerden auslösen kann, ist der Beifuß. Diese Pflanze kommt häufig vor, zum Beispiel an Straßenrändern, auf Brachflächen und an anderen Orten, an denen der Boden gestört wurde. Beifuß kann große Mengen an Pollen produzieren.
Auch Ambrosia, insbesondere das Beifußblättrige Traubenkraut, kann im August und vor allem gegen Ende des Sommers eine wichtige Rolle spielen. Die Pflanze blüht vergleichsweise spät im Jahr. Ihre Pollen können bei empfindlichen Menschen starke allergische Reaktionen auslösen und teilweise auch noch im September Beschwerden verursachen.
Der Einfluss des Wetters
Wie stark jemand unter Heuschnupfen leidet, hängt nicht nur davon ab, welche Pflanzen gerade blühen. Auch das Wetter spielt eine wichtige Rolle.
Bei warmem, trockenem und sonnigem Wetter können große Mengen an Pollen in die Luft gelangen. Wind kann die Pollen anschließend über größere Entfernungen verteilen. Deshalb muss man nicht direkt neben einer blühenden Pflanze stehen, um Beschwerden zu bekommen.
Regen kann vorübergehend für Erleichterung sorgen, da Pollen aus der Luft ausgewaschen werden. Nach einem Regenschauer kann die Pollenbelastung deshalb zunächst geringer sein. Sobald es anschließend wieder warm und trocken wird, kann die Menge der Pollen in der Luft jedoch erneut ansteigen.
Das gilt auch für den Übergang von August zu September: Warmes und trockenes Wetter kann dafür sorgen, dass die Pollenbelastung länger hoch bleibt und die Beschwerden weiterhin auftreten.
Wie erkennt man Heuschnupfen?
Zu den bekanntesten Beschwerden bei Heuschnupfen gehören Niesen, eine laufende oder verstopfte Nase und Juckreiz in der Nase. Häufig treten außerdem rote, tränende und juckende Augen auf.
Manche Menschen haben zusätzlich Beschwerden im Hals oder müssen regelmäßig husten. Heuschnupfen kann außerdem sehr anstrengend sein. Eine verstopfte Nase, häufiges Niesen oder schlechter Schlaf können dazu führen, dass man sich tagsüber weniger fit fühlt.
Wer jedes Jahr im August oder sogar noch im September unter solchen Beschwerden leidet, sollte deshalb nicht automatisch von einer Erkältung ausgehen. Auch eine Pollenallergie kann die Ursache sein.

Hilft regionaler Honig gegen Heuschnupfen?
Ein Mittel, das regelmäßig als mögliche Behandlung gegen Heuschnupfen genannt wird, ist regionaler Honig. Die Idee dahinter klingt zunächst plausibel. Honig aus der eigenen Umgebung könnte kleine Mengen lokaler Pollen enthalten. Durch den regelmäßigen Verzehr von Honig könnte sich der Körper langsam an diese Pollen gewöhnen. Deshalb wird diese Methode manchmal mit einer Immuntherapie verglichen, bei der jemand unter medizinischer Begleitung kontrolliert einem Allergen ausgesetzt wird.
Dieser Vergleich ist jedoch nicht wirklich zutreffend. Die Pollen, die Heuschnupfen verursachen, werden meist durch den Wind verbreitet. Dazu gehören beispielsweise Pollen von Gräsern, Bäumen und verschiedenen Kräutern. Bienen besuchen dagegen Blüten, um Nektar und Pollen zu sammeln. Die Zusammensetzung der Pollen im Honig entspricht daher nicht automatisch den Pollen, die bei einem Menschen Heuschnupfen auslösen.
Derzeit gibt es daher nicht genügend wissenschaftliche Belege dafür, dass der Verzehr von regionalem Honig eine wirksame Behandlung gegen Heuschnupfen darstellt. Wer Honig gerne isst, kann ihn natürlich weiterhin genießen. Ein Löffel regionaler Honig pro Tag sollte jedoch nicht als nachgewiesene Behandlung gegen Heuschnupfen angesehen werden.
Was kannst du tun?
An Tagen mit hoher Pollenbelastung kann es helfen, den Kontakt mit Pollen möglichst zu reduzieren. Ein Blick auf die aktuelle Pollenflugvorhersage kann dabei sinnvoll sein. Wer weiß, auf welche Pollen er oder sie empfindlich reagiert, kann außerdem besser einschätzen, wann Beschwerden zu erwarten sind.
Nach längeren Aufenthalten im Freien kann es helfen, die Kleidung zu wechseln und zu duschen oder die Haare zu waschen. So lassen sich Pollen entfernen, die sich auf Kleidung, Haut und Haaren abgesetzt haben.
An Tagen mit hoher Pollenbelastung ist es außerdem sinnvoll, Fenster nicht über längere Zeit weit geöffnet zu lassen.
Bei anhaltenden Beschwerden können Medikamente gegen Allergien Linderung verschaffen. Dazu gehören unter anderem Antihistaminika und Nasensprays. Welche Behandlung am besten geeignet ist, hängt von den Beschwerden und der jeweiligen Person ab. Ein Arzt oder Apotheker kann hierzu beraten.
Zum Schluss
August bedeutet also nicht automatisch das Ende der Heuschnupfensaison. Auch wenn der Sommer langsam zu Ende geht, können weiterhin Pollen in der Luft vorhanden sein. Bei manchen Menschen halten die Beschwerden sogar bis in den September hinein an.
Vor allem Pollen von Kräutern wie Beifuß und Ambrosia können im August und am Ende des Sommers für Beschwerden sorgen. Wer jedes Jahr im August oder im Übergang zu September unter Niesanfällen, juckenden Augen oder einer verstopften Nase leidet, sollte deshalb auch an Heuschnupfen denken.
Die Heuschnupfensaison ist also für manche Menschen im August noch lange nicht vorbei – und kann sich bis in den September hineinziehen.