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05 oktober 2026

Können Medikamente das Sturzrisiko erhöhen?

Leestijd: 6 minuten

Ein Sturz kann jedem passieren, aber manchmal spielt dabei auch ein Medikament eine Rolle. Zum Beispiel, weil dir plötzlich schwindelig oder du benommen wirst. Wie erkennst du das und was kannst du dagegen tun?

Kurz aus einem Stuhl aufstehen und das Gefühl haben, dass deine Beine nicht ganz mitmachen. Oder nachts zur Toilette gehen und feststellen, dass du weniger sicher stehst als sonst. Solche Momente haben nicht immer eine eindeutige Ursache. Vielleicht hast du schlecht geschlafen, bist krank oder hast Probleme mit dem Gleichgewicht. Auch Medikamente können eine Rolle spielen. Besonders im höheren Alter ist es sinnvoll, darauf zu achten, denn ein Sturz kann unangenehme Folgen haben.

Wie können Medikamente einen Sturz verursachen?

Manche Medikamente machen dich schläfrig oder verlangsamen deine Reaktion. Dadurch bemerkst du ein Hindernis möglicherweise später oder kannst dein Gleichgewicht weniger schnell wiederfinden, wenn du stolperst. Andere Medikamente können Schwindel verursachen. Manchmal sinkt dein Blutdruck beim Aufstehen, sodass dir kurz schwindelig wird.

Das bedeutet nicht, dass jeder, der diese Medikamente einnimmt, auch stürzen wird. Das Risiko hängt unter anderem von deinem Gesundheitszustand, der eingenommenen Menge und anderen Umständen ab. Dazu gehören beispielsweise schlechtes Sehvermögen, weniger Muskelkraft oder ein dunkler Flur auf dem Weg zur Toilette. Oft kommen mehrere Ursachen zusammen.


Welche Medikamente verdienen besondere Aufmerksamkeit?

Es gibt verschiedene Medikamente, die bei Stürzen eine Rolle spielen können. Dazu gehören zum Beispiel Schlafmittel, Beruhigungsmittel, starke Schmerzmittel, Medikamente gegen Depressionen, aber auch Blutdruckmedikamente und entwässernde Medikamente. Sie können auf unterschiedliche Weise beeinflussen, wie sicher du stehst und gehst.

Ein Schlafmittel kann beispielsweise noch wirken, wenn du nachts aus dem Bett aufstehst. Ein starkes Schmerzmittel kann dich müde oder schwindelig machen. Bei manchen Blutdruckmedikamenten kann dir insbesondere beim Aufstehen schwindelig werden.

Dabei geht es nicht nur um Medikamente, die dir ein Arzt verschrieben hat. Informiere deinen Apotheker deshalb immer darüber, welche Mittel du selbst kaufst und welche Nahrungsergänzungsmittel du eventuell einnimmst. So kann er das Gesamtbild besser beurteilen. Besonders sinnvoll ist es, deine Medikamente zu besprechen, wenn du mehrere Mittel gleichzeitig einnimmst oder vor Kurzem mit einem neuen Medikament begonnen hast.

Der Name auf der Verpackung sagt übrigens nicht genau aus, wie groß dein persönliches Sturzrisiko ist. Zwei Menschen können dasselbe Medikament einnehmen und ganz unterschiedlich darauf reagieren. Achte deshalb vor allem darauf, was sich bei dir verändert, und besprich das mit einer medizinischen Fachkraft.


Achte auf Veränderungen

Bekommst du nach Beginn einer Behandlung mit einem Medikament Schwindel, Benommenheit oder fühlst du dich beim Gehen unsicher? Oder haben die Beschwerden begonnen, nachdem beispielsweise die Dosis erhöht wurde? Notiere dann, wann genau dies passiert.

Tritt es vor allem beim Aufstehen auf, nach der Einnahme des Medikaments oder vielleicht mitten in der Nacht? Solche Informationen helfen deinem Hausarzt oder Apotheker bei der Suche nach einer möglichen Ursache.

Auch Medikamente, die du schon länger einnimmst, können eine Rolle bei Stürzen spielen. Dein Gesundheitszustand und deine Empfindlichkeit gegenüber einem Medikament können sich im Laufe der Zeit verändern. Es ist bekannt, dass Schwindel bei älteren Menschen manchmal erst auftritt, nachdem sie ein Medikament bereits längere Zeit eingenommen haben.

Bist du gestürzt oder hast du Angst davor, dass dies passieren könnte? Besprich das mit deinem Hausarzt oder behandelnden Arzt. Du musst nicht warten, bis du dich ernsthaft verletzt. Auch ein Beinahe-Sturz – zum Beispiel wenn du dich gerade noch an einem Schrank festhalten kannst – ist ein guter Anlass, genauer hinzuschauen.

Was kannst du selbst tun?

Steh langsam auf, besonders wenn dir dabei leicht schwindelig wird. Setz dich zunächst kurz auf die Bettkante, bevor du losgehst. Sorge zu Hause für eine gute Beleuchtung und halte den Weg zur Toilette frei.

Bewege dich möglichst regelmäßig, um deine Muskelkraft und dein Gleichgewicht zu erhalten. Das sind praktische Maßnahmen, sie ersetzen jedoch keine Überprüfung deiner Medikamente, wenn du Beschwerden hast.

Setz ein Medikament niemals eigenständig ab und verändere die Dosis nicht selbst. Ein Medikament kann notwendig sein, um eine Erkrankung zu behandeln. Außerdem müssen einige Medikamente schrittweise abgesetzt werden.

Frag deinen Hausarzt oder Apotheker, ob ihr gemeinsam prüfen könnt, ob ein Medikament noch notwendig ist, ob die Dosierung passend ist und ob möglicherweise eine andere Behandlung infrage kommt.

Wann solltest du Hilfe suchen?

Wende dich an deinen Hausarzt, wenn dir regelmäßig schwindelig ist, du beinahe stürzt oder gestürzt bist. Dein Arzt kann gemeinsam mit dir sowohl deine Medikamente als auch andere mögliche Ursachen prüfen, beispielsweise deinen Blutdruck, dein Sehvermögen oder dein Gleichgewicht.

Wenn dir plötzlich sehr schwindelig wird und du beispielsweise Schwierigkeiten beim Sprechen hast, Doppelbilder siehst oder eine Schwäche in einem Arm oder Bein bemerkst, nimm sofort Kontakt mit deinem Hausarzt oder dem ärztlichen Bereitschaftsdienst auf.

Medikamente sollen Beschwerden behandeln und Krankheiten unter Kontrolle halten. Gleichzeitig ist es sinnvoll, bei Schwindel, Benommenheit oder unsicherem Gehen zu prüfen, ob deine Medikamente möglicherweise eine Rolle spielen.

Ein Gespräch über deine Medikamente mit deinem Arzt oder Apotheker kann dazu beitragen, dass du dich sicherer bewegen kannst.

Sturzrisico, Schwindel, Nebenwirkungen, Medikamente
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