
Medikamente und Hitze – was passiert im Körper?
Leestijd: 7 minutenAn vielen Orten in Europa ist es derzeit sehr warm. Hohe Temperaturen belasten den Körper. Man wird schneller müde, schwitzt mehr und verliert mehr Flüssigkeit. Dadurch können Beschwerden wie Kopfschmerzen oder Schwindel auftreten. Auch Medikamente können beeinflussen, wie der Körper mit Hitze umgeht. Manche Arzneimittel erschweren die natürliche Kühlung des Körpers. Andere können die Wirkung von Medikamenten verändern. Deshalb ist es wichtig zu wissen, worauf Sie bei Hitze achten sollten.
Nicht jeder Mensch reagiert gleich auf hohe Temperaturen. Welche Auswirkungen Hitze hat, hängt unter anderem vom Gesundheitszustand, vom Alter und von den eingenommenen Medikamenten ab. Besonders Menschen mit einer chronischen Erkrankung oder mehreren Medikamenten können empfindlicher auf Hitze reagieren.
Wie reguliert der Körper seine Temperatur?
Der Körper versucht, seine Temperatur bei etwa 37 Grad Celsius zu halten.
Bei Hitze geschieht das vor allem durch Schwitzen. Außerdem erweitern sich die Blutgefäße in der Haut. Dadurch kann überschüssige Wärme abgegeben werden. Wenn der Schweiß auf der Haut verdunstet, kühlt sich der Körper ab.
Steigen die Temperaturen weiter an, muss der Körper stärker arbeiten, um sich zu kühlen. Wer dabei viel Flüssigkeit verliert und nicht ausreichend trinkt, kann austrocknen.
Anzeichen für eine Austrocknung können sein:
- Müdigkeit
- trockener Mund
- dunkler Urin
- Schwindel
- schneller Herzschlag
Manche Medikamente beeinflussen diese natürlichen Vorgänge. Sie können zum Beispiel den Flüssigkeitshaushalt oder das Nervensystem verändern. Dadurch kann der Körper Hitze schlechter ausgleichen.

Medikamente, die den Flüssigkeitshaushalt beeinflussen
Einige Medikamente führen dazu, dass der Körper mehr Flüssigkeit verliert.
Ein bekanntes Beispiel sind Entwässerungstabletten (Diuretika). Sie werden häufig bei Bluthochdruck oder Herzkrankheiten eingesetzt. Sie sorgen dafür, dass die Nieren mehr Wasser und Salz ausscheiden.
Bei heißem Wetter steigt dadurch das Risiko für eine Austrocknung.
Auch andere Medikamente können den Flüssigkeits- und Salzhaushalt beeinflussen. Wenn jemand bei Hitze stark schwitzt, können Wasser und Salze im Körper aus dem Gleichgewicht geraten. Das kann Beschwerden verursachen.
Wer solche Medikamente einnimmt, sollte ausreichend trinken – es sei denn, die Ärztin oder der Arzt hat eine Trinkmengenbegrenzung empfohlen. Menschen mit Herz- oder Nierenerkrankungen erhalten manchmal individuelle Trinkempfehlungen.
Einfluss auf Schwitzen und Abkühlung
Schwitzen ist wichtig, damit der Körper nicht überhitzt.
Einige Medikamente können die Schweißbildung verringern. Dann kann der Körper Wärme schlechter abgeben.
Dazu gehören bestimmte Medikamente, die auf das Nervensystem wirken. Sie verändern die Signalübertragung zwischen Gehirn und Körper. Dadurch reagiert der Körper möglicherweise weniger gut auf Hitze.
Wer nur wenig schwitzt, hat ein höheres Risiko für eine Überhitzung.
Mögliche Anzeichen sind:
- warme oder heiße Haut
- Kopfschmerzen
- Übelkeit
- starke Müdigkeit
- Verwirrtheit
- erhöhte Körpertemperatur
Hitze kann auch die Wirkung von Medikamenten beeinflussen
Nicht nur der Körper verändert sich bei Hitze. Auch Medikamente können empfindlich auf hohe Temperaturen reagieren.
Bewahren Sie Medikamente immer nach den Angaben in der Packungsbeilage oder auf der Verpackung auf. Meist ist ein kühler und trockener Ort geeignet.
Werden Medikamente zu warm gelagert, kann ihre Qualität nachlassen. Das merkt man nicht immer sofort. Die Wirkung kann jedoch weniger zuverlässig sein.
Besonders Medikamente, die im Kühlschrank aufbewahrt werden müssen, benötigen bei Hitze besondere Aufmerksamkeit.
Lassen Sie Medikamente nicht in einem heißen Auto liegen. Dort können die Temperaturen sehr schnell stark ansteigen. Auch direkte Sonneneinstrahlung kann Medikamente schädigen.
Wer hat ein erhöhtes Risiko?
Einige Menschen reagieren empfindlicher auf die Kombination aus Hitze und Medikamenten.
Dazu gehören:
- ältere Menschen
- kleine Kinder
- Menschen mit Herz- oder Nierenerkrankungen
- Menschen mit anderen chronischen Erkrankungen
- Menschen, die mehrere Medikamente gleichzeitig einnehmen
Ältere Menschen verspüren oft weniger Durst. Außerdem kann ihr Körper Temperaturveränderungen schlechter ausgleichen. Dadurch steigt das Risiko für eine Austrocknung.
Bei kleinen Kindern ist die Temperaturregulation noch nicht vollständig entwickelt.
Wer mehrere Medikamente einnimmt, sollte besonders aufmerksam sein. Verschiedene Arzneimittel können sich gegenseitig beeinflussen und die Reaktion des Körpers auf Hitze verändern.
Was können Sie selbst tun?
An heißen Tagen helfen folgende Maßnahmen:
- Trinken Sie ausreichend – entsprechend der Empfehlung Ihrer Ärztin, Ihres Arztes oder Ihrer Apotheke.
- Halten Sie sich möglichst an kühlen Orten auf.
- Vermeiden Sie starke körperliche Anstrengung während der heißesten Stunden des Tages.
- Bewahren Sie Medikamente nach den Herstellerangaben auf.
- Prüfen Sie, ob Medikamente zu warm geworden sind.
- Achten Sie auf Beschwerden wie Schwindel, Verwirrtheit oder starke Müdigkeit.
Ändern Sie Ihre Medikamente nicht eigenständig, nur weil es heiß ist.
Setzen Sie Medikamente nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke ab und verändern Sie die Dosierung nicht selbst. Wenn Sie unsicher sind, holen Sie sich ärztlichen oder pharmazeutischen Rat.
Fazit
Hitze und Medikamente können sich gegenseitig beeinflussen.
Einige Medikamente erhöhen das Risiko für eine Austrocknung, vermindern die Schweißbildung oder machen den Körper empfindlicher gegenüber hohen Temperaturen. Außerdem können hohe Temperaturen die Qualität bestimmter Medikamente beeinträchtigen.
Die meisten Menschen kommen gut durch heiße Tage, wenn sie ausreichend trinken, auf ihren Körper achten und Medikamente richtig anwenden und aufbewahren.
Besondere Aufmerksamkeit ist wichtig für ältere Menschen, chronisch Kranke und Personen, die mehrere Medikamente einnehmen. Mit dem richtigen Umgang lassen sich viele hitzebedingte Probleme vermeiden.