
Warum wirst du immer von Mücken gestochen? Die Fakten und Mythen
Leestijd: 7 minutenAn einem warmen Sommerabend scheint es manchmal so, als würden Mücken sich nur eine Person in einer Gruppe aussuchen. Während die eine Person ungestört draußen sitzt, zählt die andere am nächsten Morgen zehn lästige, juckende Mückenstiche. Es ist eine Frage, die jeden Sommer wieder auftaucht: Warum scheinst du ein Magnet für Mücken zu sein, während eine andere Person kaum gestochen wird? Ist das nur ein Mythos oder steckt tatsächlich etwas Wahres dahinter? Es zeigt sich, dass Mücken ihre Opfer nicht völlig zufällig auswählen. Umfangreiche Untersuchungen haben inzwischen gezeigt, dass Mücken bestimmte Menschen eindeutig attraktiver finden als andere. Aber warum ist das so?
Es ist immer die weibliche Mücke, die auf der Suche nach Blut ist. Sie benötigt die Proteine aus dem Blut, um ihre Eier entwickeln zu können. Männliche Mücken stechen dich nicht; sie ernähren sich hauptsächlich von Blütennektar. Weibliche Mücken nutzen mehrere Sinne, um dich aufzuspüren. Bereits aus mehreren Dutzend Metern Entfernung können sie das Kohlendioxid (CO₂) wahrnehmen, das du ausatmest. Je näher eine Mücke kommt, desto wichtiger werden auch andere Signale. Dazu gehören deine Körperwärme, dein Körpergeruch und die Feuchtigkeit, die über deine Haut abgegeben wird.

Aber warum wirst du häufiger gestochen als andere? Dafür gibt es nicht den einen bestimmten Grund. Meistens ist es eine Kombination verschiedener Faktoren:
Dein Körpergeruch
Jeder Mensch hat einen einzigartigen Körpergeruch. Er wird durch Stoffe bestimmt, die über deine Haut ausgeschieden werden, sowie durch die Bakterien, die natürlicherweise auf deiner Haut leben. Einige Gerüche scheinen für Mücken attraktiver zu sein als andere. Darauf kannst du selbst kaum Einfluss nehmen.
Du atmest mehr Kohlendioxid aus
Wenn du mehr CO₂ ausatmest, können Mücken dich leichter wahrnehmen. Größere Erwachsene produzieren normalerweise mehr Kohlendioxid als kleinere Erwachsene oder Kinder. Deshalb scheinst du möglicherweise häufiger gestochen zu werden.
Deine Körpertemperatur
Mücken werden von Wärme angezogen. Nach dem Sport oder bei warmem Wetter ist deine Haut häufig wärmer. Auch dadurch kannst du für Mücken attraktiver werden.
Du schwitzt
Beim Schwitzen werden Stoffe wie Milchsäure und Ammoniak freigesetzt. Zusammen mit deinem Körpergeruch können diese Stoffe dazu beitragen, Mücken anzulocken. Deshalb wirst du möglicherweise häufiger gestochen, wenn du gerade Sport gemacht hast oder körperlich aktiv warst.
Spielt deine Blutgruppe eine Rolle?
Es wird regelmäßig behauptet, dass Menschen mit der Blutgruppe 0 häufiger gestochen werden als Menschen mit anderen Blutgruppen. Derzeit gibt es jedoch nicht genügend Belege, um mit Sicherheit sagen zu können, dass deine Blutgruppe eine große Rolle spielt. Dein Körpergeruch und die Menge des ausgeatmeten CO₂ scheinen wesentlich wichtiger zu sein.
Bist du als Schwangere attraktiver für Mücken?
Es zeigt sich, dass schwangere Frauen im Durchschnitt häufiger von Mücken gestochen werden. Das liegt wahrscheinlich daran, dass du während der Schwangerschaft etwas mehr Kohlendioxid ausatmest und häufig eine etwas höhere Körpertemperatur hast. Diese Kombination macht es Mücken leichter, dich aufzuspüren.
Helfen Vitamin-B-Tabletten gegen Mücken?
Vielleicht hast du schon einmal gehört, dass Vitamin-B-Tabletten dafür sorgen sollen, dass du seltener von Mücken gestochen wirst. Das ist jedoch ein hartnäckiger Mythos. Es gibt keine überzeugenden wissenschaftlichen Belege dafür, dass Vitamin-B-Tabletten Mücken fernhalten. Obwohl dieser Ratschlag noch immer regelmäßig im Internet auftaucht, zeigen Untersuchungen keinen eindeutigen schützenden Effekt.
Wirken Ultraschall-Mückenvertreiber?
Auch für die Wirksamkeit von Ultraschall-Mückenvertreibern gibt es nur wenige Belege. Geräte, die hochfrequente Töne aussenden, sollen Mücken vertreiben. Mehrere Untersuchungen zeigen jedoch, dass sie in der Praxis kaum Wirkung haben.

Was hilft wirklich?
Glücklicherweise gibt es Möglichkeiten, wie du das Risiko von Mückenstichen verringern kannst. Insektenschutzmittel mit DEET gehören zu den am besten untersuchten und wirksamsten Mitteln. Auch das Tragen bedeckender Kleidung kann dir helfen, insbesondere abends und nachts, wenn viele Mücken aktiv sind.
Fliegengitter an Fenstern und Türen verhindern, dass Mücken in dein Zuhause gelangen. Ein Moskitonetz kann dir beim Schlafen zusätzlichen Schutz bieten, insbesondere in Gebieten, in denen viele Mücken vorkommen.
Außerdem hilft es, stehendes Wasser rund um dein Haus möglichst zu entfernen. Mücken legen ihre Eier gerne beispielsweise in Regentonnen, Blumentöpfen, Eimern oder Untersetzern unter Pflanzen ab.
Warum jucken Mückenstiche eigentlich?
Eine Mücke saugt nicht nur dein Blut, sondern gibt auch eine kleine Menge Speichel in deine Haut ab. Dieser Speichel enthält Stoffe, die dafür sorgen, dass dein Blut weniger schnell gerinnt. Dein Immunsystem reagiert auf diese körperfremden Stoffe. Dabei wird unter anderem Histamin freigesetzt. Histamin verursacht Rötungen, Schwellungen und den bekannten Juckreiz.
Kannst du durch einen Mückenstich krank werden?
In den Niederlanden verursachen Mücken normalerweise nur eine juckende Hautreaktion, die nach einigen Tagen von selbst wieder verschwindet. In anderen Teilen der Welt können bestimmte Mücken Krankheitserreger übertragen, beispielsweise Malaria, Dengue, Chikungunya oder das West-Nil-Virus. Deshalb ist ein guter Mückenschutz besonders wichtig, wenn du in bestimmte Länder reist. Informiere dich hierzu rechtzeitig vor deiner Abreise beim RKI.
Wann solltest du zum Arzt?
Ein gewöhnlicher Mückenstich ist normalerweise harmlos. Du solltest dich jedoch an einen Hausarzt wenden, wenn:
- die Rötung oder Schwellung schnell zunimmt;
- sich Eiter bildet oder deine Haut sehr schmerzhaft wird;
- du nach einer Reise in ein Gebiet, in dem durch Mücken übertragene Krankheiten vorkommen, Fieber bekommst;
- du eine schwere allergische Reaktion bekommst, beispielsweise Atemnot oder eine schnell zunehmende Schwellung.
Zum Schluss
Wenn du das Gefühl hast, dass ausgerechnet du immer von Mücken gestochen wirst, bildest du dir das wahrscheinlich nicht ein. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass Unterschiede beim Körpergeruch, bei der Körpertemperatur und bei der Menge des ausgeatmeten Kohlendioxids dazu führen können, dass du für Mücken attraktiver bist als andere Menschen.
Glücklicherweise kannst du das Risiko von Mückenstichen verringern. Ein gutes Insektenschutzmittel, bedeckende Kleidung, Fliegengitter und das Vermeiden von stehendem Wasser sind wirksame Möglichkeiten, Mücken möglichst fernzuhalten. So kannst du auch an warmen Sommerabenden häufiger ungestört die Zeit im Freien genießen.