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17 augustus 2026

Zeckenstiche: Wie gefährlich sind sie und warum ist Österreich im Sommer ein besonderes Risikogebiet?

Leestijd: 8 minuten

Ein Spaziergang durch den Wald, eine Radtour oder Camping – für viele Menschen ist das die perfekte Beschäftigung im Urlaub. Leider kann der schöne Tag durch den Stich eines kleinen Tieres, das sich im Gebüsch versteckt, schnell getrübt werden: der Zecke. Die meisten Zeckenstiche verlaufen glücklicherweise ohne Probleme. Trotzdem können einige Zecken Krankheitserreger übertragen. Besonders in Österreich ist das Thema wichtig, denn dort kommt neben der Lyme-Borreliose auch die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) vor. Doch was macht einen Zeckenstich eigentlich gefährlich, warum ist Österreich ein Risikogebiet und was kannst du tun, um dich zu schützen?

Was ist eine Zecke?

Eine Zecke ist ein kleines Spinnentier, das in Wäldern, Gebüschen und hohem Gras lebt. Zecken können weder springen noch fliegen. Sie warten an einem Grashalm oder einem niedrigen Zweig darauf, dass ein Mensch oder Tier vorbeikommt. Dann gelangen sie auf die Haut und suchen eine warme Körperstelle, an der sie sich festbeißen können.

Während die Zecke Blut saugt, kann sie Krankheitserreger übertragen. Das passiert glücklicherweise nicht bei jedem Stich. Die meisten Menschen bemerken nach einem Zeckenstich überhaupt nichts und werden auch nicht krank.

Warum können Zeckenstiche gefährlich sein?

Die Gefahr liegt nicht im Stich selbst, sondern in den Krankheitserregern, die manche Zecken in sich tragen. In Europa sind vor allem zwei Erkrankungen von Bedeutung: die Lyme-Borreliose und die Frühsommer-Meningoenzephalitis, kurz FSME, beziehungsweise TBE. Obwohl beide Erkrankungen durch einen Zeckenstich übertragen werden können, unterscheiden sie sich deutlich voneinander.


Die Lyme-Borreliose

Die Lyme-Borreliose wird durch das Bakterium Borrelia burgdorferi verursacht. Nicht jede Zecke trägt dieses Bakterium in sich. Außerdem führt der Stich einer infizierten Zecke nicht automatisch zu einer Infektion.

Ein bekanntes erstes Anzeichen einer Borreliose ist eine rote ringförmige Hautveränderung oder ein roter Fleck, der sich in den Tagen oder Wochen nach dem Stich langsam ausbreitet. Das tritt allerdings nicht bei jedem Betroffenen auf. Manche Menschen entwickeln grippeähnliche Beschwerden wie Fieber, Müdigkeit, Muskelschmerzen oder Kopfschmerzen.

Wird eine Borreliose rechtzeitig erkannt, lässt sie sich in der Regel gut mit Antibiotika behandeln. Ohne Behandlung kann sich das Bakterium jedoch im Körper ausbreiten und Beschwerden an Gelenken, Nerven oder am Herzen verursachen.

Was ist Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME)?

FSME wird durch ein Virus verursacht und unterscheidet sich deshalb deutlich von der Lyme-Borreliose. Nach einer Infektion entwickeln viele Menschen überhaupt keine Beschwerden. Bei anderen treten zunächst grippeähnliche Symptome wie Fieber, Kopfschmerzen, Muskelschmerzen und Müdigkeit auf.

Bei einem kleinen Teil der Betroffenen befällt das Virus anschließend das zentrale Nervensystem. Das kann zu einer Hirnhautentzündung oder einer Gehirnentzündung führen.

Gegen FSME gibt es keine spezifische Behandlung, die das Virus beseitigen kann. Ärztinnen und Ärzte können lediglich die Beschwerden behandeln, während der Körper versucht, das Virus selbst zu bekämpfen. Deshalb liegt der Schwerpunkt vor allem auf der Vorbeugung einer Infektion.


Warum ist Österreich ein besonderes Risikogebiet?

Österreich gehört seit vielen Jahren zu den europäischen Ländern, in denen FSME vergleichsweise häufig vorkommt. Vor allem in waldreichen Gebieten sowie in niedrigen und mittleren Höhenlagen leben Zecken, die das FSME-Virus übertragen können.

Allerdings besteht nicht in ganz Österreich das gleiche Risiko. In einigen Regionen kommen infizierte Zecken deutlich häufiger vor als in anderen Gebieten.

Die Wahrscheinlichkeit für einen Zeckenstich ist außerdem zwischen Frühjahr und Herbst am höchsten, wenn Zecken aktiv sind und sich viele Menschen im Freien aufhalten. Da Österreich ein beliebtes Urlaubsland für Wanderer, Radfahrer, Camper und Bergsportler ist, kommen viele Menschen mit Lebensräumen von Zecken in Kontakt.

Wie kannst du einen Zeckenstich vermeiden?

Ein Zeckenstich lässt sich nicht immer verhindern, aber du kannst das Risiko deutlich reduzieren. Trage beim Wandern möglichst lange Hosen und geschlossenes Schuhwerk. Wenn du durch hohes Gras gehst, kannst du die Hosenbeine gegebenenfalls in die Socken stecken.

Bleibe möglichst auf den Wegen und meide dichtes Gebüsch oder hohes Gras. Verwende ein für Zecken geeignetes Insektenschutzmittel und kontrolliere nach einem Spaziergang oder einer Wanderung immer deinen gesamten Körper.

Achte dabei besonders auf die Kniekehlen, die Leisten, die Achselhöhlen, den Bereich hinter den Ohren und den Haaransatz. Bei Kindern solltest du auch die Kopfhaut sorgfältig kontrollieren.

Was solltest du tun, wenn du eine Zecke findest?

Je schneller du eine Zecke entfernst, desto geringer ist das Risiko einer Übertragung der Lyme-Borreliose. Verwende dafür eine spezielle Zeckenzange oder eine feine Pinzette.

Fasse die Zecke möglichst dicht an der Haut und ziehe sie langsam und gerade nach oben. Versuche nicht, die Zecke vorher mit Alkohol, Öl oder anderen Mitteln zu betäuben. Dadurch kann sich das Risiko erhöhen, dass Krankheitserreger übertragen werden.

Desinfiziere anschließend die betroffene Hautstelle, mache gegebenenfalls ein Foto und notiere das Datum des Zeckenstichs. So kannst du die Stelle in den folgenden Wochen gut beobachten.

Wann solltest du einen Arzt aufsuchen?

Wende dich an eine Ärztin oder einen Arzt, wenn sich ein größer werdender roter Ring oder Fleck entwickelt. Auch anhaltendes Fieber, starke Kopfschmerzen, Muskelschmerzen oder neurologische Beschwerden wie ein steifer Nacken oder Lähmungserscheinungen sind Gründe, medizinische Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Wenn du während eines Urlaubs in Österreich von einer Zecke gestochen wurdest und in den darauffolgenden Wochen erkrankst, solltest du der Ärztin oder dem Arzt unbedingt mitteilen, dass du dich in einem Gebiet aufgehalten hast, in dem FSME vorkommt. Diese Information kann bei der richtigen Diagnose hilfreich sein.

Ist eine Impfung notwendig?

Gegen die Lyme-Borreliose gibt es keinen Impfstoff. Gegen FSME steht jedoch eine Impfung zur Verfügung. In den Niederlanden wird diese Impfung nicht standardmäßig empfohlen.

Wenn du längere Zeit in Österreich bleibst oder dort regelmäßig in Naturgebieten wanderst, campst oder Rad fährst, kann eine FSME-Impfung sinnvoll sein. Besprich das am besten rechtzeitig vor deiner Abreise mit deiner Hausärztin oder deinem Hausarzt.

Zum Schluss

Ein Zeckenstich bedeutet glücklicherweise nicht automatisch, dass du krank wirst. Trotzdem ist es sinnvoll, aufmerksam zu sein. Durch schützende Kleidung, eine gründliche Kontrolle deines Körpers nach einem Aufenthalt im Freien und die schnelle Entfernung einer Zecke kannst du das Risiko gesundheitlicher Folgen deutlich reduzieren.

Zecken, Lyme Borreliose, Bakterien, Zeckenstich
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